Darf ich Ihnen Ihr Kind zeigen?

Vielleicht sehen Sie Ihr Kind jeden Tag.

Und doch gibt es einen Blick auf Ihr Kind, den viele Eltern noch nicht kennen.

Ich möchte Ihnen diesen Blick zeigen.

Nicht als Lehrer.

Nicht als Therapeut.

Sondern als jemand, der seit vielen Jahren Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten begleitet.


„Warum bist du heute hier?“

„Weil ich nichts richtig schreiben kann.“

Diesen Satz höre ich oft.

Ich glaube ihn nicht sofort.

Denn bisher schrieb jedes Kind auch manche Wörter richtig.

Deshalb frage ich zuerst:

„Zeig mir doch einmal den Text, den du geschrieben hast.“

Wir nehmen den mitgebrachten Text.

Dann zählen wir gemeinsam. Alle Wörter.

Die richtig geschriebenen. Und die Lernwörter.

So entdeckt das Kind oft zum ersten Mal, dass es bereits viel mehr kann, als es selbst glaubt.


Wie lernt ein Kind schreiben?

Nur wenn ein sicher gespeichertes Wortbild existiert, kann ein Kind das Wort schreiben.

Deshalb suchen wir zuerst nach den Wörtern, bei denen dies zutrifft.

Von dort aus erweitern wir den Wortschatz Schritt für Schritt.

Vielleicht liegt das Problem gar nicht darin, dass Ihr Kind übt.

Sondern darin, wie geübt wird.


Der erste Erfolg

Das Kind schreibt ein Wort richtig. Nicht zufällig.

Sondern weil es weiß, wie das Wort aussieht.

„Ich kann es ja doch.“

Bereits mit einem einzigen Wort beginnt sich etwas zu verändern.

Vor allem beim Kind.

Damit haben wir die Basis, auf der wir Schritt für Schritt weiterarbeiten können.

Irgendwann merkt das Kind, dass immer mehr Wörter funktionieren.

Damit ist Schreiben kein Zufall mehr. Unsicherheit wird zu Sicherheit.

Aus Zweifel wird Vertrauen. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.


Mit anderen Augen

Plötzlich verändert sich nicht nur das Schreiben.

Auch das Kind verändert sich. Es traut sich wieder mehr zu.

Es probiert sich aus. Es glaubt wieder an sich.

Und genau das erleben Sie als Eltern.

Vielleicht erleben Sie Ihr Kind gerade zum ersten Mal anders.

Nicht, weil es plötzlich alles richtig schreibt.

Sondern weil es beginnt, wieder an sich zu glauben.

Und das verändert vieles.

Viele Eltern erzählen mir später, dass sie ihr Kind plötzlich mit anderen Augen sehen.

Nicht, weil sich das Kind verändert hat.

Sondern weil sie verstehen,

was vorher verborgen war.

Und genau das kann der Anfang eines anderen Lernweges sein.

Vielleicht wünschen Sie sich genau das.

Weniger für die Rechtschreibung.

Aber für Ihr Kind.