Was viele gut meinen – und trotzdem weh tut

Wenn gut gemeint nicht gut ankommt

Wenn Kinder oder Erwachsene mit Lesen und Schreiben kämpfen,
entsteht oft ein starkes Bedürfnis zu helfen.

Es wird erklärt.
Erinnert.
Geübt.
Ermutigt.

All das geschieht aus Fürsorge.
Aus Verantwortung.
Aus Liebe.

Und doch kann genau das manchmal zusätzlichen Druck erzeugen.

 

Vielleicht kommen dir einige dieser Situationen bekannt vor:

  • „Streng dich doch noch ein bisschen mehr an.“

  • „Du kannst das doch eigentlich.“

  • „Wir haben das doch schon so oft geübt.“

  • „Andere schaffen das doch auch.“

Solche Sätze wollen motivieren.
Sie sollen Mut machen oder Orientierung geben.

Beim Gegenüber kommen sie jedoch nicht immer so an.

 

Wenn etwas trotz Anstrengung nicht gelingt,
entsteht leicht ein innerer Konflikt:

Ich will – aber es geht nicht.
Alle erwarten etwas – aber ich schaffe es nicht.

Das kann zu Rückzug führen.
Oder zu Widerstand.
Oder zu dem leisen Gefühl,
nicht richtig zu sein.

Nicht, weil jemand etwas falsch macht –
sondern weil Druck und Schwierigkeit sich gegenseitig verstärken.

 

Niemand schadet absichtlich.
Niemand macht „alles falsch“.

Viele Situationen entstehen,
weil es keinen Raum für Unsicherheit gibt.

Und genau dieser Raum
ist oft der erste Schritt zur Entlastung.

 

Manchmal hilft weniger Tun mehr als noch ein Versuch.

Und manchmal beginnt Veränderung dort,
wo Druck endet.

 

Thomas Hofmann

Unterschrift TH

Der LRS-Profi