LRS Test

LRS-Test: 
In der Regel völlig überbewertet.

LRS Test

„Waaas?
Sie wollen einen Test mit meinem Kind machen?
Wenn ich Nico das sage, dann weigert der sich mit zu Ihnen zu kommen!“

Solche oder ähnliche Reaktionen habe ich wirklich oft erlebt.

Wenn ich dann nachgefragt habe, bekam ich immer ähnliche Antworten: „Wissen Sie, mein Nico ist jetzt schon so oft getestet worden … ich kann’s verstehen, dass er da keine Lust mehr zu hat.“

Ich auch.

Kann man Nico doch auch nicht wirklich übel nehmen, oder?

Als Lerntrainer muss ich mir allerdings irgendwie ein Bild von Nico machen können.
Muss herausfinden wo seine Probleme liegen.
Wo sind seine Schwächen?
Und mindestens genauso wichtig: Wo seine Stärken?

Wie ich das ganz einfach gelöst habe, verrate ich dir in diesem Artikel.
Du kannst das für deinen „Nico“ dann einfach übernehmen.

Früher hatte man vermeintlich einfachere Lösungen an der Hand, wenn ein Kind beim Schreiben Fehler gemacht hat:

Üben üben üben

„Dein Kind muss sich nur mal richtig hinsetzen und üben.
Und wenn es nicht will, dann musst du halt dafür sorgen!“
Gerne wird so ein Satz noch ergänzt durch ein saloppes „Das hat bei uns früher auch geholfen!“

Das ist einer der unsinnigsten Ratschläge, den ich kenne.
(Auch Ratschläge sind Schläge…)

Üben bringt's eh nicht…
Warum das so ist, erfährst du in meinem Artikel Üben bei LRS: Warum du sofort damit aufhören sollst.

Leider wird dieser Tipp aber jederzeit und überall gegeben.
Woher kommt das?
Weil man uns allen früher in der Schule gesagt hat, dass es hilft?

„Jedes verkehrt geschriebene Wort als Berichtigung 3mal schreiben“.
Dazu hat die Lehrerin die Kinder schon vor 50 Jahren aufgefordert.
Das hat zwar nicht wirklich was gebracht - aber sie hat es halt nicht besser gewusst.

LRS Lehrerin

Auch wenn es völlig falsch ist:
Es galt die Devise: Mehr davon!
Diese Haltung ist leider auch heute noch in vielen Köpfen.

Heute wollen wir den Dingen genauer auf den Grund gehen.
Dabei tauchen aber an manchen Stellen Hindernisse auf.
In unserem Fall:

Es gibt keine klare Definition für LRS / Legasthenie

Es gibt sie definitiv nicht: die klare und eindeutige Definition von LRS.
Oder auch die Definition von Legasthenie.

Bei Wikipedia wird beides in einen Topf geworfen.

Ein Kollege mit jahrelanger Forschungserfahrung im Bereich LRS sagte:
„Wenn du zehn Wissenschaftler nach einer Definition zu LRS oder Legasthenie befragst, bekommst du wahrscheinlich 11 verschiedene Antworten“

Und wenn du magst, dann kannst du das überprüfen:
Gib „Definition LRS“ ins die Suchmaske bei Frau google ein und lass dich überraschen.
Kannst aber auch gerne hier auf meiner Seite in meinen Artikeln zu LRS oder Legasthenie nachlesen. ;-)

Die Tatsache, dass keine eindeutige Definition für LRS oder Legasthenie existiert hat Vor- und Nachteile:

  •  Jeder kann den Begriff verwenden - ohne sich klar festzulegen
    aber
  • da kann auch jede Menge Schindluder getrieben werden.


Wenn es keine einheitliche Definition gibt, dann ist es ja zwangsläufig, dass es auch 

keinen standardisierten LRS-Test
gibt.

Wenn du darauf achtest, kannst du es ganz leicht erkennen:
Bei allen Tests, die angeboten werden, ist immer ein Hinweis enthalten, dass diese klaren Kriterien fehlen.
Das wird nie so klar gesagt - sondern immer mehr oder weniger elegant verpackt.

Formulierungen wie:
… nach den Erfahrungen von … 
oder
… Die Auswertung einer Studie hat ergeben … 
oder
der Durchschnitt aller Grundschüler
...eignen sich prima als Verpackungsmaterial.

Manchmal wird auch Bezug auf Universitäten oder Professoren genommen. Wahrscheinlich, weil es seriöser klingen soll.
Damit wird der LRS-Test gleich aufgewertet. Wert-voll.

Ich habe dich doch jetzt nicht zu sehr geschockt?
Oder?
Ein wenig desillusioniert?

Mach dir keinen Kopf:
Ich habe doch vorhin schon gesagt, dass wir überhaupt keinen Test brauchen.


Was erwartest du dir von einem LRS-Test?

Was bewirkt das Ergebnis?

Ich habe ganz verschiedene Reaktionen beobachtet:

Mehr als einmal habe ich Eltern getroffen, die total erleichtert waren, wenn sie das Ergebnis eines LRS-Tests mit der Diagnose „Ihr Kind hat Lese-Rechtschreib-Schwäche“  oder auch „...Legasthenie“ in Händen hielten.

Anfangs war ich darüber einigermaßen erstaunt.
Das legte sich aber, wenn ich mit den betroffenen Eltern darüber gesprochen habe…

So sagte mal ein Vater sehr klar zu mir:
„Wissen Sie, Herr Hofmann, wir suchen schon so lange nach Möglichkeiten unserem Sohn zu helfen. Sie glauben ja gar nicht, was wir schon alles unternommen haben.
Jetzt haben wir diesen LRS-Test gemacht und haben es jetzt endlich schwarz auf weiß. Unser Kind hat eine Lese-Rechtschreib-Schwäche.
Wir wissen jetzt endlich, woran wir sind.
Wir müssen nicht mehr weiter nach möglichen Ursachen suchen.
Sie glauben ja gar nicht, welche Last dadurch von unseren Schultern genommen ist.“

Das klingt doch nachvollziehbar, oder?

Dann stellt sich jetzt nur noch die Frage, wie man dem Problem am besten begegnet… ;-)

Andere Eltern erleben das anders:

Eine Mutter brachte es klipp und klar auf den Punkt:
„Ich weiß jetzt, dass ich nicht schuld bin. Mein Mann wirft mir das die ganze Zeit vor. Also nicht so, dass er das ausspricht - aber ich spüre das. Irgendwie ist das Kind in meiner Verantwortung. Schließlich bin ich ja zu Hause und kümmere mich um unseren Sohn. Und mein Mann gibt mir das Gefühl, dass ich das verbockt habe.
Mit dem Ergebnis aus dem LRS-Test habe ich jetzt endlich etwas in der Hand. LRS ist schließlich eine Krankheit für die weder ich noch mein Sohn etwas können.“

Auch bei dieser Mutter war die Erleichterung geradezu sichtbar.
Deutlich erkennbar.
Ihr direkt ins Gesicht geschrieben…


Was bedeutet dir das Ergebnis?

  • Suchst du in erster Linie eine Erklärung?
  • Oder eine Bestätigung?
  • Möchtest du nicht länger Schuld sein?
  • Brauchst du Argumente für die Lehrerin?
  • Gar für ein Eltern-Gespräch in der Schule?
  • Ist das Ergebnis wichtig für Dich?
  • Oder kannst du dein Kind anders wahrnehmen, wenn es eine LRS bescheinigt bekommst?

Nimm diese Fragen bitte ernst:
Lass die Gedanken mal ein bisschen in deinem Kopf herumspazieren. Schau, was das mit dir macht.


Was bedeutet das Ergebnis für dein Kind?

  • Wünschst du dir ein Ergebnis, um es deinem Kind in der Schule einfacher zu machen? 
  • Um ihm Wege zu ebnen?
  • Damit die Lehrerin mehr Verständnis zeigt?
  • Oder Mitschüler aufhören, dein Kind zu mobben?
  • Oder hast du die Hoffnung, dass dein Kind sich nicht mehr schämt, wenn es auf seine Rechtschreibung angesprochen wird?

Und diese Frage beziehe ich jetzt nicht nur auf die Schule.

Kinder haben mir wirklich häufig erzählt, dass die Oma oder der Opa da gar nicht gut mit umgehen können. Leider echt keine Einzelfälle…


Warnung vor online LRS-Tests

Ich war erschrocken?
Ich bin erschrocken?
Oder ich habe mich erschrocken?
Wie heißt das eigentlich richtig?
Oder kann man alles sagen?

Lass mich von Anfang an erzählen:

Ich saß mit einer Mutter zusammen, die für ihr Kind im Internet mehrere Online-Tests gemacht hatte.
Beim Vergleich der Ergebnisse fiel auf, dass die Ergebnisse sich ziemlich ähnlich waren.
Das ist ja zunächst mal positiv.
Das spricht ja schließlich für die Qualität dieser Tests.
Sie hatte ja nur die Symptome von Marvin angegeben.

Als Fachmann fielen mir allerdings schon manche Formulierungen auf.
Die waren oft von geringer Aussagekraft. Nicht so recht greifbar.
Irgendwie so Mittelfeld-wischi-waschi.

Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie sich unsere Idee entwickelt hat: Wir wollten herausfinden, was passiert, wenn wir ganz andere Merkmale ankreuzen.
Dann müsste doch ein anderes Ergebnis herauskommen, oder?

Das Ergebnis unseres kleinen "Versuches" war für uns eine echte Überraschung. Und gleichzeitig ein Schock.
Die Ergebnisse waren nämlich beinahe die gleichen wie vorher.
Huch.

Was können wir daraus schließen?

Das ganze stellte sich als echter Einheitsbrei dar.

Alle Tests kamen zu ähnlichen Ergebnissen:

Die meisten Tests zeigen die gleiche Zielrichtung:

  1. Will man dich davon überzeugen, dass dein Kind ganz sicher ein Problem hat.
    Allerdings nicht derartig schwerwiegend, dass man es nicht
  2. in den Griff bekommen kann.

Probleme werden da schon mal als vorübergehend bezeichnet. Oder es wird darauf hingewiesen, dass nur Teilbereiche auffällig sind.

Aber auch Behauptungen wie „LRS kann man behandeln - Legasthenie nicht“ waren da zu lesen.

Die Ergebnisse waren alle recht ähnlich.
Auf einer Skala von 0 - 10 lag die Problematik immer etwa zwischen 6 und 7.
Ganz egal, welche Angaben wir in dem Formular gemacht hatten.
Das hat uns echt beinahe aus den Schuhen gehauen.

Solche Ergebnisse sind nichts wert.
Nur gut, dass sie wenigstens kostenlos sind.

Die Kernaussage, die in jeder Auswertung geliefert wird:
Die Problematik ist nicht super extrem​
Aber es ist schon unbedingt notwendig etwas zu tun.

Wenn du zu viel Zeit hast, dann kannst du es selber ausprobieren.
Einfach den Suchbegriff LRS-Test eingeben…

Wenn du das wirklich machst, dann berichte mir gerne von deinen Ergebnissen. Einfach per mail.


Warum ich keinen Test brauche

Ich habe ja viele Jahre lang eine Lerntrainings-Praxis betrieben und hunderte Kinder kennen gelernt. 
Mit ihren Eltern.
Dafür bin ich sehr dankbar.

Manchmal brachten die Eltern Bescheinigungen mit.
Dem Kind wurde LRS bescheinigt.
Oder Legasthenie.
Oder Teilleistungsstörungen.
Oder eine isolierte Rechtschreibschwäche.
Oder...

Und soll ich dir eines verraten?
Das war mir immer völlig egal.
Absolut gleichgültig.

Mich hat es überhaupt nie interessiert, was die Kinder angeblich nicht können.
Das ist Konzentration auf den Mangel.
Schauen auf das, was NICHT geht.
Wie albern.

„Wie machst du das, wenn du ein Wort richtig schreibst!“ habe ich die Kinder immer gefragt.
Das kannst du ruhig mal ausprobieren.
Mit deinem Kind.
Keine Angst.
Aber achte darauf, wie dein Kind allein schon auf die Frage reagiert.

Der Kopf zuckt nach oben.
Im Gesicht taucht ein großes Fragezeichen auf.
Oft konnte ich direkt sehen, wie die Kids anfangen nachzudenken.
„Also danach hat mich ja echt noch niemand gefragt…“

Soll ich dir die häufigste Antwort verraten?
„Ich kann nichts richtig schreiben!“
Manchmal noch ergänzt durch ein „…deshalb bin ich doch hier.“
Geäußert im Brustton der Überzeugung.

Ich will jetzt an dieser Stelle nicht darauf eingehen, wie tief in der Kinderseele eine derartige Überzeugung verankert sein muss, damit ein Kind einen solchen Satz über sich selber sagt.

Viel wichtiger:
Ich habe mich davon nie beeindrucken lassen.

Wenn ich mir diesen Text anschaue, den du geschrieben hast, dann sind darin 57 Wörter korrekt und 14 Wörter anders geschrieben. Deshalb möchte ich gerne mit dir zusammen herausfinden, wie du das machst, wenn du ein Wort richtig schreibst. Magst du mir das verraten?

Da kann ich prima hinterher schieben:
„Wenn wir das herausfinden und können das dann auf die andern Wörter übertragen… dann ist dein Problem mit dem Schreiben doch ganz flott erledigt, oder? Wie würde dir das gefallen?“

Spürst du den Unterschied?
Dein Kind spürt ihn auch.
Verlass dich drauf!

Du kannst das gerne ausprobieren.
Doch doch: Mit deinem Kind.

Was glaubst du, wie die Kids reagiert haben, wenn ich in dieser Art auf das Thema zu sprechen kam?

Ich verrate es dir:
Sie waren ziemlich neugierig.
Jetzt wollten Sie selber herausfinden, wie sie es schaffen, Wörter richtig zu schreiben.

Und von dem Moment an machen die Kids jeden Test mit, den ich mit ihnen machen will.
Verlass dich drauf!

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Wenn du zu den Menschen gehörst, die sich nirgendwo eintragen wollen, dann lies wenigstens den Weg zur Lösung.
Mach die LRS oder die Legasthenie bei deinem Kind doch einfach wech. Nech?

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