Großer Mist.
Warum?
Weil viele Eltern unglaublich viel üben – und sich trotzdem nichts ändert.
(letzte Aktualisierung Mai 2025)

„Sie müssen mit ihrem Kind zu Hause üben.“
„Ohne Üben geht es doch nicht…“
„Ich kann mein Kind doch nicht ungeübt zur Schule schicken.“
Und das Ergebnis?
Nix.
Sicher, in der Schule fällt dein Kind auf.
Weil es sich manchmal selbst die einfachsten Wörter nicht merken kann.
Die Lehrerin merkt natürlich, dass dein Kind Schwierigkeiten hat.
Sie möchte helfen.
Sie weiß nur nicht WIE…
Obwohl du doch dein Bestes gibst.
Das eigentliche Problem:
Niemand zeigt dir, wie du zu Hause wirklich sinnvoll üben kannst.
Wie eine wirklich LRS-Förderung aussehen kann, weiß sie wahrscheinlich gar nicht.
Schauen wir uns gemeinsam an, warum Üben so oft scheitert.
Wie läuft das mit dem Üben zu Hause?
Wahrscheinlich machst du das mit dem Üben so, wie du es aus deiner eigenen Schulzeit kennst.
So hätte ich es früher auch gemacht.
Nur leider funktioniert es bei LRS nicht.
Wir schaffen ideale Lernbedingungen:
Ruhe.
Keine Ablenkung.
Keine Musik.
Keine Störungen.
Wir sind besondersgeduldig beim Üben.
Zumindest versuchen wir, geduldig zu sein. ;-)
Wir wiederholen Wörter, mit denen unser Kind Schwierigkeiten hat.
Nicht nur einmal.
Sondern so lange, bis wir glauben, dass es endlich sitzt.
Wir betonen Wörter besonders.
Speziell an den Stellen, die schwierig sind für unser Kind.
Wir sprechen die Wörter langsamer aus.
Viel langsamer, als wir das beim normalen Reden tun.
Und genau das kombinieren wir:
langsam,
deutlich,
ruhig,
immer wieder.
Wir geben uns unglaublich viel Mühe.
Und trotzdem wird es nicht besser.
Warum klappt das nicht?
Genau diese Methode verwendet die Schule ebenfalls.
In der Schule
Um das zu verstehen, lass uns mal in den normalen Schulunterricht schauen:
Neue Wörter werden von der Lehrerin …
… extrem langsam gesprochen …
… über-deutlich betont …
… immer wieder wiederholt …
Manchmal werden sogar die Silben der Wörter geklatscht.
Damit es noch deutlicher wird.
Som – mer.
Siehst du: Da hörst du das Doppel-m. :-)
Für viele Kinder funktioniert das.
Für dein Kind offenbar nicht.
Wenn der Lehrerin auffällt, dass dein Kind nicht so richtig mitkommt …
… dann schickt sie dein Kind zum Förderunterricht.
Förderunterricht
Lass uns schauen, was dort gemacht wird:
Auch dort werden ……. Wörter langsam ausgesprochen …… deutlich betont …… ständig wiederholt …
Der einzige Unterschied:
kleinere Gruppen,
mehr Ruhe,
weniger Ablenkung.
Im Förderunterricht werden doch exakt die gleichen Methoden angewendet, wie im normalen Unterricht auch.
Wie soll sich da etwas verändern?
Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun
und dabei andere Ergebnisse zu erwarten. (Albert Einstein)
Und jetzt eine ehrliche Frage:
Wie machen wir das, wenn wir zu Hause mit unserem Kind üben?
Wenn diese Methode für dein Kind richtig wäre, dann hätte es doch im normalen Unterricht schon alles begriffen. Oder?
Dann lasse uns das Problem jetzt lösen:
„Das hörst du doch…“ oder
„Hör doch mal genau hin!“
Hast du das so – oder ähnlich – schon mal zu deinem Kind gesagt?
Das ist menschlich.
Aber Unsinn.
In der deutschen Sprache, werden nämlich die meisten Wörter eben nicht so ausgesprochen, wie wir sie schreiben!
Das kannst du jetzt kaum glauben?
Das ging mir am Anfang genau so…
Aber ich gebe dir gerne mal einige Beispiele:
Hörst du auch ein sch in dem Wort gesprochen?
Hörst du das h im Wort gefahren?
Oder hört sich das an, wie ein Doppel-a?
Hörst du das t am Ende von Land?
Steil.
Da hören wir ein sch.
Aber das e und das i hören wir als ei.
Welches o hörst du länger?
Das o in Not?
Oder das o In Boot?
Ich glaube, das Prinzip ist deutlich geworden.
Probiere es selbst einmal aus.
Nimm einen beliebigen Satz und markiere alle Stellen, die anders klingen, als sie geschrieben werden.
In diesem Beispiel werden 19 von 34 Wörtern anders ausgesprochen…
Im Diktat evtl. 19 Fehler.
Schreiben lernen wie man hört hat noch nie funktioniert.
Wie sieht dein Kind dieses ganze Lernen und Üben?
Dein Kind erlebt jeden Tag:
Die anderen schaffen es.
Ich nicht.
Im Förderunterricht erlebt es genau das Gleiche.
Nur dass dort mehrere Kinder Schwierigkeiten haben.
Während andere Kinder längst zu Hause sind.
Und zu Hause geht es weiter.
Deshalb jetzt 3 wertvolle Tipps für das Üben mit Kindern, die von LRS betroffen sind:
- Hör sofort damit auf!
Hör auf mit deinem Kind zu üben!
Es bringt doch eh nichts.
Merkst du doch selber, oder?
Und dein Kind merkt es auch, nicht wahr?
Und warum machen wir trotzdem weiter?
Obwohl wir wissen, dass es nicht klappt?
Genau das habe ich früher auch gedacht.
Noch einmal gaaaanz sachlich:
Diese Art des Übens bringt keinen Erfolg.
Sondern nur Frust auf beiden Seiten.
Bei deinem Kind.
Und bei Dir.
Daraus kannst du nur eines folgern: Lass es!
2. Die Sache mit den Hausaufgaben
Dein Kind hat in der Schule ein paar Aufgaben nicht fertig bekommen.
Die sollen jetzt zu Hause nachgearbeitet werden.
Hat die Lehrerin gesagt…
Außerdem hat es noch Hausaufgaben auf.
Die sollen auch erledigt werden.
Dafür braucht dein Kind länger als andere Kinder. Aber, was soll’s.
Muss ja schließlich sein…
Ich kenne Kinder, die drei oder vier Stunden an den Hausaufgaben sitzen.
Konzentriert arbeiten sie dabei aber längst nicht mehr.
Dein Kind muss nicht jede Aufgabe bis zum Schluss bearbeiten.
30 Minuten für Hausaufgaben reichen.
In der Grundschule.
Alles darüber hinaus erzeugt oft nur noch Frust.
Ich sage nicht, dass dein Kind zu Hause nichts tun soll.
Aber stundenlange Hausaufgaben helfen ihm nicht weiter.
3. Nimm den Druck raus.
Wenn morgen ein Diktat geschrieben wird …
… willst du dein Kind dann auch überreden, dafür noch ein wenig zu Üben?
Mit Argumenten wie:
„…damit du morgen nicht wieder so viele Fehler machst …“
„… du willst doch auch nicht, dass das Diktat morgen daneben geht …“
… oder so ähnlich …
Was passiert dadurch?
Du baust Druck auf.
Zumindest moralischen.
Lass das!
Nimm den Druck raus.
IWir machen das aus Liebe.
Wir wollen unserem Kind helfen.
Genau deshalb setzen wir es oft ungewollt unter Druck.
Es ist schwer, dieses Muster zu durchbrechen.
Aber es geht.
Du suchst einen Weg, der deinem Kind wirklich hilft.
Sonst wärst du nicht bis hierher gekommen.
Sonst hättest du doch gar nicht bis hier her gelesen.
Ich bin mir sicher, dass wir eine tolle Lösung finden.
Wenn du jetzt den nächsten Schritt gehen möchtest, dann schau dir den
Kostenlosen Bereich des etwas anderen Lernprogramms.